Spieler des Spiels: Bayern interessiert sich für Deco

Zum besten Spieler des Finales zwischen dem FC Porto und AS Monaco wurde Deco gewählt. Nach dem Abpfiff wurde der kleine Techniker zu einer möglichen Zukunft in der Bundesliga befragt.

In Deutschland wird Decos Name mit dem FC Bayern München in Verbindung gebracht. "Wohin es geht, werden wir bald sehen. Im Moment ist nichts klar, jetzt denke ich an die Nationalmannschaft und die Europameisterschaft. Das ist mein großes Ziel." Auf die Frage, ob er wegen der Bayern Deutsch lerne, erwiderte Anderson Luis de Suza, genannt Deco, trocken: "Das glaube ich nicht."

Kritisch äußerte sich zunächst auch Franz Beckenbauer. "Über weite Strecken des Spiels hat man ihn nicht gesehen, abgesehen vom 2:0. Er ist ohnehin schon teuer. Und wenn er jetzt noch eine gute Europameisterschaft spielt, wird er für uns zu teuer", meinte der Präsident des FC Bayern. Der "Kaiser" schließt eine Verpflichtung von Deco dennoch nicht aus: "Er ist einer für den FC Bayern. Wir sind in Verhandlungen. Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß führen die Gespräche."

Aber die Bayern könnten gleich zwei Probleme mit einem Schlag lösen. Wechselt Michael Ballack zum FC Barcelona, wäre Geld für Deco da. Der allerdings wird auch mit über zehn Millionen Euro taxiert. Doch Deco spricht momentan nicht über die Bayern oder andere Angebote, er will den Erfolg in der Arena AufSchalke erst einmal genießen und seinen Nachfahren davon erzählen: "Ich teile mit meinem Mannschaftskollegen Derlei immer ein Zimmer. Und wir haben gesagt, wir werden unseren Enkeln vom Finale alles erzählen und vielleicht ein bisschen lügen. Dieser Sieg in Gelsenkirchen wird uns in ewiger Erinnerung bleiben, mein Gefühl ist einfach einzigartig."

Einzigartig ist auch die Chance von Deco, mit Portugals Nationalmannschaft bei der EM im eigenen Land ins Rampenlicht zu rücken. Er ist bei Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari eine feste Größe. Auf Drängen von "General Felipao" wurde der gebürtige Brasilianer Deco erst im Februar eingebürgert. Deco war allerdings unter anderem von Superstar Luis Figo von Real Madrid mit großer Skepsis aufgenommen worden. "Fremde Nationalhymnen können erlernt, aber nicht gefühlt werden´, sagte der Star von Real Madrid und stellte sich gegen den Einsatz ausländischer Spieler in Portugals Nationalteam.

"Hier bestimme jetzt ich´, lautete jedoch die lakonische Antwort von Scolari. Der als autoritär geltende Coach setzte sich im Fall Deco durch. Und der Neu-Portugiese, der zuvor vergeblich auf eine Berufung ins Brasiliens "Selecao" gehofft hatte, gab im Länderspiel am 30. März gegen sein Heimatland ein großartiges Debüt. Beim prestigeträchtigen 2:1-Sieg gegen den fünfmaligen Weltmeister erzielte ausgerechnet Deco den Siegtreffer. Deco erinnerte sich an die Worte seines Vaters: "Der hat mich gelehrt, nachts zu träumen und tagsüber zu arbeiten. Meine Arbeit hat sich in meiner Fußball-Karriere spätestens mit dem Gewinn der UEFA Champions League gelohnt."