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Ganz Frankreich steht hinter AS Monaco
Der AS Monaco ist in der französichen Liga nicht gerade ein Publikumsmagnet. Oftmals verlieren sich nur wenige Tausend Zuschauer im schmucken "Stade Louis II". Doch spätestens mit dem Einzug ins Finale der UEFA Champions League ist alles anders: die Monegassen werden von einer Sympathiewelle der "Grande Nation" förmlich überrollt.
"Ganz Frankreich solidarisiert sich mit Monaco. Das ist ein Phänomen wie es 1976 mit St. Etienne existierte - aber in Monaco noch nie", erklärte Raymond Gnutti, der Präsident des Fan-Klubs des AS Monaco. Die gerade einmal 550 eingetragenen Fans haben für die Reise in den Ruhrpott fünf Busse gechartert - das bedeutet Vereinsrekord.
Noch beeindruckender ist die Tatsache, dass entgegen aller Erwartungen die insgesamt 14.000 Final-Tickets, die ASM erhalten hatte, restlos vergriffen sind. Wenn man bedenkt, dass das Fürstentum insgesamt 35.000 Einwohner hat, lässt sich ermessen, dass nicht nur Fans aus Monaco selbst den Weg nach Gelsenkirchen antreten werden. Für Fans und Sponsoren werden rund 25 Charter-Flugzeuge eingesetzt, die in Düsseldorf und Köln landen werden. Noch nie wurde der Mannschaft von Trainer Didier Deschamps in der Fremde eine solche Unterstützung zuteil.
Dabei hätten wohl die wenigsten Experten noch vor wenigen Jahren damit gerechnet, dass der AS Monaco in ein europäisches Finale einziehen könnte. Der Verein stand wegen Überschuldung kurz vor der Verbannung in die 2. Liga und so war es Prinz Albert persönlich, der `Freunde´ dazu überredete, in den Verein zu investieren.
Das wiederum rief Neider auf den Plan. So warfen vor allem die Präsidenten von Marseille, Lyon und Paris die Frage auf, ob Monaco überhaupt in der französischen Fußball-Liga mitspielen dürfe. Angesichts der Steuervorteile im Fürstentum handele es sich sowieso um eine eklatante Wettbewerbsverzerrung. Die französische Liga beantragte ernsthaft bei der UEFA einen weiteren Platz für Frankreich in den Europapokalen, sollte sich Monaco dafür qualifizieren. Mittlerweile sind diese Querelen vergessen und ganz Frankreich hofft auf einen Sieg der Monegassen in der Königsklasse - nicht zuletzt auch weil Olympique Marseille in der letzten Woche im UEFA-Cup-Finale am FC Valencia scheiterte.
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