Der heutige Gelsenkirchener Ortsteil Schalke verdankt seinen Namen einem mittelalterlichen Adelsgeschlecht. Henricus miles de Schadeleke, oder im heutigen Sprachgebrauch Heinrich von Schalke war ein adliger Ritter, und damit der erste urkundlich nachweisbare Namensträger von Schalke und das schon im Jahre 1246. Und dann gab es außerdem noch den Ritter Cesarius van Schedelike. Die Adelsfamilie von Schalke führte in ihrem Wappen drei Pferdepramen (Pferdefanggeräte). Sie starb im 17. Jahrhundert in männlicher Linie aus.

Die Schreibweisen Scedelike, Scadeleke, Scadelik, Schadelick, Schalicke, Schalecke, Schalcke bis zum Amt Schalke entwickelten sich im Laufe von Jahrhunderten wie die gesamte deutsche Schriftsprache. Das Dorf Schalke wurde vermutlich seiner Lage nach benannt. Schadel-ike hieß in freier Übersetzung so viel wie "Gegend um den Schädel", oder "Siedlung an schädelförmiger Gegend". Diese ist ringsum durch die kleinen Flüsse Ah, Schwarzbach und Bullenbeke (Sellmannsbach) in tiefer liegenden Brüchen von den Nachbargemeinden Gelsenkirchen, Bulmke, Bismarck und Rotthausen abgegrenzt.

Hatte das Dorf Schalke noch 1818 ganze 198 Bewohner, so stieg mit der fortschreitenden Industrialisierung die Einwohnerzahl rapide. Kohle, Stahl und Eisen brachten dem Dorf schnell eine Entwicklung zum Städtischen. Die Zeche Consolidation, von den Einheimischen nur kurz Consol genannt, und ihre Zulieferbetriebe benötigten viele Arbeitskräfte.

Diese Zugereisten kamen anfangs - um 1860 bis 1880 - noch aus der näheren Umgebung. 3763 Einwohner zählte das "Dorf" dann 1871. Vier Jahre später hatte sich die Zahl bereits verdoppelt: 7808. Neue Industrien wie die Schalker Ofen- und Herdfabrik Küppersbusch, die Glas- und Spiegelmanufactur Schalke, die Chemische Industrie Schalke, der Blechwaren- und Verzinkereibetrieb von Hermann Franken, sie alle siedelten sich in Schalke an.

Immer mehr arbeitende Menschen mussten kommen, die nun überall im Kaiserreich angeworben wurden. Bis nach Ost- und Westpreußen, Masuren fand man Gehör und immer mehr Menschen aus dem östlichsten Deutschland und Polen fanden den Weg ins Ruhrgebiet und damit auch nach Schalke.

Im Jahr 1875 erhielt das "Nachbardorf" Gelsenkirchen mit den heutigen Stadtteilen Altstadt und Neustadt und einer Einwohnerzahl von 11.292 die Stadtrechte und wehrte sich jahrelang dagegen, mit dem industriell stark wachsenden Schalke vereint zu werden. 1876 wurde schließlich aus den Gemeinden Schalke, Bulmke, Heßler, Hüllen, Braubauerschaft (heute Bismarck) ein eigenes Amt Schalke gebildet, das bereits weit mehr Einwohner besaß als die Stadt Gelsenkirchen.

Durch den rasanten Industrialisierungsprozess siedelten sich immer mehr Firmen in allen Gemeinden an und wuchsen aus dem Amt Schalke heraus. Der Druck auf die Stadt Gelsenkirchen wurde größer, und 1903 bildete man im Zuge vieler Eingemeindungsentscheidungen im Ruhrgebiet die Großstadt Gelsenkirchen. Diese war auf einen Schlag von der Bevölkerungszahl und der wirtschaftlichen Leistungskraft eine größten Städte des damaligen Deutschen Reiches.