Multifunktionalität dank Mobilität von Rasen, Spielfeld und Tribüne

Die Techniken gab es bereits vor der Errichtung der Arena AufSchalke, doch erst die Spielstätte der Knappen führte sie 2001 in einem Bauwerk zusammen. Mit einem herausfahrbaren Rasen, einem verschließbaren Dach, einer verschiebbaren Südtribüne sowie einem Videowürfel als Anzeigentechnik direkt über dem Anstoßkreis profilierte sich die Arena absolutes Unikat unter den Fußball-Hochburgen. "So ein Stadion hat die Welt noch nicht gesehen", lobte folgerichtig FIFA-Präsident Joseph Blatter.

Selbst an Tagen, an denen in der Arena keine Veranstaltungen stattfindet oder Fußball gespielt wird, sorgt der Bau für Aufsehen. Dieser gilt dem Naturrasen, der sich - das fahrbare Schiebfeld macht es möglich - vor dem Bauwerk im saftigen Grün präsentiert. Ein Umstand, mit dem die Betreiber gleich zwei Probleme lösten: Zum einen ermöglichte es diese Technik, Konzerte im Innenraum durchzuführen, ohne die Spielfläche zu schädigen. Zum anderen ist der Rasen so allen zu seinem Wuchs notwendigen Witterungsbedingungen ausgesetzt. Inklusive aller Aufbauten lässt sich das 11.000 Tonnen schwere Schiebefeld in nur rund fünf Stunden von seinem Betonparkplatz ins Innere der Arena bewegen.

Vor allem den Veranstaltungen fernab des Fußball dient das verschließbare Dach, Die 560 Tonnen schwere Konstruktion gewährleistet absolute Wetterunabhängigkeit und kann innerhalb von 30 Minuten geöffnet oder geschlossen werden. Die Zuschauer sitzen und stehen auf jeden Fall im Trockenen, da sich das Dach genau über dem Spielfeld schließt.

Im Stadion selbst dient der Videowürfel als wichtigste Informationsquelle. Die 32 Tonnen schwere Konstruktion befindet sich direkt über dem Anstoßpunkt am Dach der Arena. Der Video-Würfel besteht aus vier Großbildschirmen von jeweils circa 35 Quadratmetern Größe. Sie präsentieren den Anhängern bei Fußballspielen das Stadionprogramm in Ton und Bild sowie optimaler Qualität. Bei Popkonzerten wird der Videowürfel zur Verstärkung der eigens mitgebrachten Videowände der Künstler eingesetzt.

Die verschiebbare Südtribüne dient ebenfalls zwei Zwecken: Bei Fußballspielen ist sie Standort für die Anhänger der Königsblauen, bei Konzerten wird sie bei Bedarf einfach nach hinten "weggeklappt" und macht so der Bühnentechnik der Künstler umstandslos Platz.

Und noch etwas unterschiedet die Arena AufSchalke von den meisten anderen Spielstätten Europas. Wie im Stadion Nou Camp des FC Barcelona befindet sich in ihr ein Ort der Besinnung: Eine Kapelle, die ökumenisch gleichermaßen von Katholiken und Evangelischen genutzt wird. Dies geschieht vor allem unter der Woche, wenn hier Gottesdienste, Trauungen oder Taufen gefeiert werden. An Spieltagen ist die christliche Versammlungsstätte in unmittelbarer Nähe der Spielerkabinen indes geschlossen. Denn für den Sieg einer Mannschaft soll hier nicht gebetet werden. Vielmehr ist es eine Oase der Ruhe in einem der stimmungsvollsten Stadien der Welt.

Aber auch für die Besucher setzt die Arena modernste Technologie ein. Um im Stadion für reibungslosere Bezahlvorgänge bei allen Einkäufen zu sorgen, wurde eine Arena-Währung eingeführt: Der Knappe (Knappe: Bergmann nach abgeschlossener Lehre) ist eine künstliche Zahlungseinheit, die via Chipkarte eine schnellere und sichere Versorgung der Besucher gewährleistet. Ob Bier, eine Bratwurst oder eine Brezel, die Abbuchung auf der Knappenkarte erfolgt schnell durch einfache Bestätigung des Kunden. Die Arena AufSchalke betreten die Zuschauer ebenfalls mittels einer Eintrittskarte, die auf Chiptechnologie beruht und den Zugang problemlos und sicher steuert. Ein Vorteil, von dem auch die Zuschauer des Finales der UEFA Champions League am 26. Mai 2004 profitieren werden.

 

Kapazität bei Fußballspielen

Bundesliga:

61.027

Sitzplätze:

44.813

Stehplätze:

16.214

Europäische Spiele:

53.334

Kapazität bei Konzerten

Bühne vor der Südtribüne:

max. 59.000

Zentrale Bühne:

max. 74.000